Valeggio sul Mincio

Borghetto sul Mincio

Es gibt Orte, die einem das Gefühl geben, eine Zeitreise zu unternehmen – Borghetto sul Mincio ist einer davon. Das kleine Dorf, das zwischen Verona und Mantua am Ufer des gleichnamigen Flusses liegt, gehört zu den Borghi più Belli d'Italia, den offiziell schönsten Dörfern Italiens, und dieser Titel ist alles andere als eine leere Ehre.

Wo die Zeit stehen geblieben ist

Wer durch die engen Gassen schlendert, hört das Rauschen der alten Wassermühlen, die noch immer am Flussufer stehen und von einer Zeit erzählen, in der Handel und Macht durch die Kontrolle des Wassers entschieden wurden. Das gewaltige Castello Scaligero aus dem 13. Jahrhundert thront über dem Dorf wie ein steinerner Zeuge von zwölf Jahrhunderten Geschichte – Jahrhunderten voller Eroberungen, Händler, Pilger und Liebesgeschichten. Im Mittelalter übernahm hier der mysteriöse Orden der Templer die Kontrolle über die Furt, gründete eine eigene Komturei und half jenen Pilgern, die durch die Poebene zogen, um die großen Stätten der mittelalterlichen Christenheit zu erreichen.
Übernachten lässt es sich traumhaft im Corte Regia Relais & Spa, einem Hotel in einem historischen Komplex, in dem einst der Gastald residierte – der Zollbeamte, der den Fluss- und Landverkehr überwachte und Abgaben eintrieb. Heute liegt dort ein Infinity-Pool, dessen Wasser sich optisch nahtlos in den Mincio zu ergießen scheint: ein Bild von geradezu unwirklicher Schönheit.
Wer tagsüber einkehren möchte, sollte sich einen der begehrten Tische in der Antica Locanda Mincio sichern, einem Mitglied der Locali storici d'Italia, unter deren Fundamenten noch die Überreste der mittelalterlichen Templerherberge schlummern. Hier isst man Tortelli mit Kürbisfüllung – ein typisches Gericht der mantuanischen Küche, das in dieser Umgebung seinen vollen Zauber entfaltet. Ein Glas Wein aus der Region dazu, der Blick auf das Wasser, die Stille eines Wochentags – und die Welt des 21. Jahrhunderts rückt weit in die Ferne.

Featured GT Hotels

Palazzo Ai Capitani

Palazzo Ai Capitani

Via Castelletto, 2/4,
I-37019 Peschiera del Garda VR

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Parco di Sigurta - Tulpen soweit das Auge reicht

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Der Parco Giardino Sigurtà

Was als bescheidener brolo cinto de muro begann – ein von Mauern umschlossener Obstgarten, in dem eine venezianische Patrizierfamilie im Jahr 1417 ihre Residenz errichtete – hat sich über sechs Jahrhunderte zu einem der bemerkenswertesten Gärten der Welt entwickelt. Der Parco Giardino Sigurtà bei Valeggio sul Mincio ist kein bloßer Park: Er ist ein lebendes Archiv, in dem jede Allee, jeder Hügel und jeder Baum eine Geschichte trägt.

Die wechselvolle Geschichte des Areals liest sich wie ein Gesellschaftsroman. Venezianische Patrizier, die Markgrafen Maffei, ein romantisch gestimmter Dichter namens Ippolito Pindemonte, der hier 1792 einem englischen Landschaftsgarten nachtraumte und sein Staunen in einem noch heute lesbaren Epigramm verewigte – und schließlich zwei Kaiser, die 1859 von einem Hügel des Parks aus die Schlachten von Solferino und San Martino beobachteten, während Henry Dunant in der Nähe die Idee zur Gründung des Roten Kreuzes heranreifte.

Den Verfall, der das Anwesen im frühen 20. Jahrhundert bedrohte, wendete Carlo Sigurtà.

Er erwarb das heruntergekommene Gut 1941, entdeckte ein jahrhundertealtes Wasserrecht auf den Mincio wieder und verwandelte das verwilderte Gelände gemeinsam mit seinem Neffen Enzo in einen botanischen Traum von 60 Hektar. 1978 öffnete der Park seine Tore für die Öffentlichkeit.

Ich bin im Frühling dort gewesen – und ich sage euch, der Moment, wenn man in diese Rosenallee eintritt und plötzlich nichts mehr existiert ausser Blüte, Duft und diesem ganz besonderen Licht, der bleibt. Dreissigtausend Rosen, links und rechts, über einem, um einen herum. Man läuft langsamer. Man spricht leiser. Man erwacht und hört auf, an Belanglosigkeiten zu denken. Man geht in Raum und Zeit auf.

Und dann die Tulpenfelder. Ein ganzer Ozean aus Tulpen in voller Blüte – das sind keine Zahlen mehr, das ist ein Versprechen. Wer das einmal gesehen hat, versteht sofort, warum dieser Ort sich still und leise in die erste Reihe der schönsten Gartenanlagen der Welt gespielt hat. Schönster Park Italiens. Schönster Park Europas.

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