Andrea Maffei ist zurückgekehrt. Nicht als Tourist, nicht als Besucher – sondern als jemand, der genau weiss, was er will. Der gebürtige Gardonese hat Jahre damit verbracht, sich durch Küchen zu arbeiten. Lehrling, Kochgehilfe, Küchenchef. Irgendwann war es genug von fremden Herdplatten. Heute steht er in seinem eigenen Restaurant am Gardasee und kocht, wie er kocht – ohne Kompromisse.
Das Balì ist klein. Sehr klein. Wer einen Tisch will, muss reservieren, und das nicht erst am Vortag. Drinnen haben nur wenige Gedecke Platz, bei gutem Wetter gibt es eine Terrasse, die so still ist, dass man das Gespräch am Nebentisch kaum hört. Maffei und seine Frau Monia haben das alles selbst ausgedacht und eingerichtet – man spürt das. Hier wurde nichts einem Innenarchitekten überlassen.
Was auf dem Teller landet, ist die ehrlichste Art, einen Koch kennenzulernen. Bei Maffei trifft italienische Grundstruktur auf asiatische Präzision – nicht als Schein, sondern als echte Haltung. Er arbeitet saisonal, weil er keine andere Küche kennen will. Die Produkte kommen von dort, wo sie hingehören, und schmecken danach. Was er daraus macht, ist bisweilen überraschend, nie laut.
Es sind nicht die großen Gesten, die bleiben. Es ist das Gleichgewicht – wie ein Gericht gleichzeitig vertraut und fremd schmecken kann. Wie wenig auf dem Teller ausreicht, um viel zu sagen.
Man wird sich daran erinnern.






