Das Ambiente
Ich betrat das Hotel durch eine unscheinbare Tür in Dorsoduro – und stand plötzlich mitten im 20. Jahrhundert. Nicht als Museumsstück, sondern als gelebter Raum. Jugendstil trifft auf Futurismus, dreißiger und vierziger Jahre Originale begegnen maßgefertigten Möbeln, die aus derselben Epoche zu stammen scheinen. Alles wirkt kuratiert, nichts inszeniert. Das ist der Unterschied – und er fühlt sich enorm an.
Dorsoduro umgibt das Hotel wie eine zweite Haut. Kein Touristengewühl, dafür der Geruch von frisch gedruckten Büchern aus dem kleinen Antiquariat um die Ecke, das Stimmengewirr vom Campo Santa Margherita, wo morgens Marktfrauen und abends Studenten das Bild bestimmen. Die Accademia, die Guggenheim, Ca' Rezzonico – sie alle liegen in Gehweite, ohne dass man das Gefühl hat, einer Sehenswürdigkeitsliste abzuarbeiten. Was mich am längsten hielt? Diese Stille im Inneren. Während Venedig außen atmet und pulsiert, bewahrt das Ca' Pisani eine eigene Ruhe. Eine Ruhe, die nicht leer ist – sondern voll. Voll mit Schönheit, die man nicht fotografieren muss, um sie zu behalten.
Ca' Pisani
Frühling & Herbst
highlights
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