Das Ambiente
Es gibt Häuser, die man betritt und sofort weiß: hier wohnt die Zeit anders. Das Grand Hotel Majestic Già Baglioni an der Via dell'Indipendenza ist ein solches Haus. Bologna rauscht draußen weiter — die Arkaden, die Studenten, der Duft von Ragù aus irgendeiner Osteria — doch sobald sich die schwere Eingangstür hinter dir schließt, verlangsamt sich alles. Die Zimmer tragen Künstlernamen. Meins hatte etwas von Verdi: groß, ein bisschen dramatisch, mit Marmor, der kühl unter den Händen liegt.
Von der Suite schaut man auf die Piazza Maggiore, und ich sage dir: das ist kein Blick, den man einfach so vergisst. Mittelalter, Renaissancefassaden und das ganz normale Treiben der Bolognesi — alles auf einmal, wie ein Bühnenbild, das zufällig die Wirklichkeit ist. Am Abend bin ich in die Enoteca hinuntergestiegen. Über 300 Weine, ein Sommelier, der nicht doziert, sondern erzählt — und plötzlich war eine Stunde vergangen, in der ich nur Barolo geatmet habe.
Das Frühstücksbuffet am nächsten Morgen hätte ich fast verpasst: zu gut geschlafen. Ein Fehler, denn die lokalen salumi und Käse sind allein schon eine Reise wert. Was dieses Haus besonders macht, ist nicht der Luxus — obwohl er spürbar ist. Es ist die Art, wie das Personal fragt, was du wirklich erleben möchtest. Kochkurs bei einer cesarina? Geht. Abstecher zu Lamborghini? Kein Problem. Bologna liegt dir zu Füßen, und das Majestic ist der schönste aller Ausgangspunkte.
Frühling & Herbst
highlights
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