Das Ambiente
Es gibt Häuser, die atmen. Das Hotel Laurin in Salò ist eines davon.
Ich stand zum ersten Mal unter dem schmiedeeisernen Vordach dieser Jugendstil-Villa und spürte sofort, dass hier die Zeit anders fliesst. Langsamer. Bewusster. Die elegante Fassade aus dem frühen 20. Jahrhundert – ursprünglich als Villa Isabella erbaut – empfängt einen mit dem leisen Selbstbewusstsein eines Hauses, das Epochen überlebt hat. Drinnen dann dieser erste Moment, der mich immer wieder trifft: Deckenfresken von Bertolotti und Landi, die das Auge nach oben ziehen. Antike Möbel, die erzählen könnten, wären sie gefragt. Schmiedeeiserne Voluten, die das Licht einfangen. Geschichte, die man nicht aus Büchern liest – die man riecht, sieht, anfasst.
Und diese Geschichte ist tief. Zwischen 1943 und 1945 war das Laurin Sitz des Außenministeriums der Italienischen Sozialrepublik. Heute liegt diese Vergangenheit stille unter dem Duft blühender Gärten, die sich in Terrassen zum See hin öffnen. Der Gardasee, schillernd und blau, liegt da wie ein Versprechen. Das Restaurant Magnolia, der Außenpool, die Promenade von Salò – das Laurin braucht keine Lautstärke. Es lädt ein. Zum Verweilen. Zum Nachdenken. Zu jenem ruhigen Genuss, den wir auf der Grand Tour suchen.
Hotel Laurin
Frühling & Herbst
highlights
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