Das Ambiente
Venedig lässt sich nicht erzwingen. Man muss es geschehen lassen. Und am besten gelingt das, wenn man irgendwo ankommt, das sich nicht nach Hotel anfühlt – sondern nach Zuhause. Der Palazzo Cristo ist so ein Ort.
Er steht seit dem 15. Jahrhundert an einem der stillen Plätze des Sestiere Castello, mit Blick auf die mächtige Silhouette der Basilika Santi Giovanni e Paolo. Die Familie Grimani hat ihn einst gekannt, Diplomaten haben in seinen Räumen verhandelt – und heute haben ihn zwei Pariser Designer in eine Residenz verwandelt, die Würde nicht mit Distanz verwechselt.
»Kein Rezeptionstresen, keine Uniform, keine Lobby – nur hohe Decken, kühle Böden und das leise Plätschern des Kanals.«
Anna, die Gastgeberin, begrüßt in mehreren Sprachen – mit Empfehlungen, nicht mit Prospekten. Frühstück gibt es nicht im Haus, aber Rosa Salva ist gleich um die Ecke: die älteste Pasticceria Venedigs, deren Marmeladen-Cornetti einen Morgen ehrlicher machen als jedes Buffet.
Zehn Fußminuten vom Markusplatz – und doch eine andere Stadt. Kein Touristenlärm, der durch die Wände dringt. Stattdessen: das Licht, das in den frühen Stunden schräg über den Campo fällt, Taubenflügel, Kirchenglocken, eine Stille, die man in Venedig kaum noch für möglich hält.
Für ein Paar, das sich etwas schenken will – nicht ein Hotel, sondern ein Erlebnis – ist der Palazzo Cristo eine der ehrlichsten Adressen, die ich in dieser Stadt kenne.
Palazzo Cristo
Frühling & Herbst
highlights
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